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Gesundheitsregion: Silva nigra

Die Römer waren es, die dem Schwarzwald seinen Namen gaben: "Silva nigra", "schwarzer Wald", nannten sie das Mittelgebirge, das sie nördlich der Alpen vorfanden. Ein unwegsames Gelände war der Schwarzwald damals: von dichten Wäldern bedeckt und wilden Tieren bewohnt, dabei aber nur spärlich besiedelt. Heute ist der Schwarzwald, mit knapp 1500 Metern das höchste deutsche Mittelgebirge, einer der meistbesuchten Erholungsräume in Deutschland, mit schönen Landschaften, vielseitigen Freizeitmöglichkeiten und touristischen Attraktionen. Doch interessant ist neben der klaren, reinen Luft, aufgrund der sich heute viele Schwarzwald-Orte „Heilklimatischer Kurort“ nennen dürfen, auch das, was sich unter der Erde findet: Quellen, die schon die Römer zu schätzen und zu nutzen wussten.

Die Geschichte der Thermen

Der Schwarzwald ist eine Wellness-Region. Und auch daran sind, zumindest teilweise, die Römer schuld. Die Ursprünge des Badewesens liegen zwar im religiösen Bereich, feierliche Reinigungszeremonien zu Ehren der Götter. Doch auch die heilende Wirkung von heißen Thermalquellen war den Alten bekannt. Aber so ein warmes Bad entfaltete nur dann seine volle Wirkung, wenn es auch in einem entsprechend warmen Raum genommen werden konnte. Nicht überall reichte die Sonneneinwirkung aus, eine Erwärmung der Baderäume war erforderlich. Am Anfang wurde das warme Wasser im Baderaum selbst mittels Holzkohlebecken oder Ofen aufbereitet, das Feuer diente gleichzeitig der Raumerwärmung. Im „Silva nigra standen hierfür genügend Bäume als Heizmaterial zur Verfügung. Von den Römern bevorzugt wurde jedoch die sogenannte Hypokaustenheizung, das heißt die Räume wurden über durch heiße Abgase durchströmte Hohlräume im Fußboden oder den Wänden beheizt. Dieses Heizungssytem ist ein typisches Erkennungsmerkmal römischer Bäder – heute noch im Soldatenbad in Baden-Baden zu besichtigen.

Die Thermen in den Provinzen waren oft Militärbäder. Diese fanden zwischen dem 1. Jh. n. Chr. und der Mitte des 2. Jh. n. Chr große Verbreitung. Doch auch das angeblich so dunkle Mittelalter fand Freude und Entspannung in heißen Bädern. Daher gehen längst nicht alle Badeorte im Schwarzwald auf die Römer zurück: im Mittelalter wurden Heilbäder ebenso errichtet wir zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wo das Bohren nach Öl in Bad Krozingen beispielsweise eine heiße Quelle zum Vorschein brachte.

Kurorte im Schwarzwald

Zwölf Kurorte gibt es am Schwarzwaldrand: Friedrichsbad und Caracallatherme findet man in Baden- Baden, die Rotherma in Gaggenau-Bad Rotenfels, die Siebentäler-Therme in Bad Herrenalb, das Palais-Thermal in Bad Wildbad, die Paracelsus-Therme in Bad Liebenzell, die Mineraltherme Bad Teinach, das Solemar in Bad Dürrheim, das Eugen-Keidel-Bad in Freiburg, die Vita Classica in Bad Krozingen, die Cassiopeia-Therme in Badenweiler, die Balinea-Thermen in Bad Bellingen, das Radon Revitalbad in St. Blasien-Menzenschwand und die Aqualon-Thermen in Bad Säckingen.

„Heilbad“ ist im deutschsprachigen Raum eine Bezeichnung für Orte mit medizinischen Einrichtungen. Wie Perlen auf einer Schnur reihen sich solche Bäder und Kurorte am Westrand des Schwarzwaldes aneinander. Sie verdanken ihre Entstehung eben den besonderen Quellen. Einige davon sind Thermen (warme Quellen), andere Mineralquellen, die Eisen, Schwefel oder Salze enthalten; Stoffe, denen bei bestimmten Erkrankungen heilende Wirkung zugeschrieben wird. Dass diese Quellen gerade an den beiden Rändern des Oberrheinischen Tieflands aus der Erde sprudeln, hat seinen Grund: Hier verlaufen die Bruchstellen oder Verwerfungen, die sich bildeten, als der Oberrheingraben entstand.

Entspannung pur

Doch der Schwarzwald hat auch gute Luft zu bieten, Voraussetzung für Heilklimatische Kurorte. Hier muss ein therapeutisch anwendbares und durch Erfahrung bewährtes Bioklima vorherrschen, das anhand der Schon-, Reiz- und Belastungsfaktoren bioklimatisch zu bewerten ist. Das bedeutet: Für den Kurort, speziell die Wohn- und Aufenthaltsbereiche der Gäste, gelten erhöhte Anforderungen an die Luftqualität. Daher müssen regelmäßige Messungen zur Überwachung des Klimas und der Luftqualität erfolgen.

Bad Dürrheim ist eines der beiden Heilbäder in Baden-Württemberg mit dem Doppelprädikat Heilbad und Heilklimatischer Kurort. Das reizmilde Höhenklima mit vielen Sonnenscheinstunden und geringer Luftfeuchtigkeit trägt noch weiter zum Wohlbefinden bei. Bad Teinach kann mit seinem Ortsteil Zavelstein auch ein Doppelangebot machen: Heilbad und Luftkurort; ebenso St. Blasien-Menzenschwand – hier handelt es sich um einen heilklimatischen Kur- und Kneippkurort. Und was schon die Römer wussten, das gilt auch noch heute: wer einen „Kurlaub“ machen will, der ist im Schwarzwald richtig.

Info: www.kurorte-und-heilbaeder.de/kurorte-schwarzwald.html.