VW T-Roc - Zu schade für den Parkplatz

VW T-Roc Jan Weizenecker Meer

Stell dir vor, ALLE feiern EINE Party und DU bist nicht eingeladen! Dieses Szenario scheint den meisten Autoherstellern aktuell Sorgenfalten ins Gesicht zu zeichnen.

Das größte Fest findet dabei derzeit bei den kompakten Lifestyle SUVs statt. Jeder in der Branche will DAHIN. Denn man hat mit der hohen Sitzposition quasi den Platz im VIP Bereich des Straßenverkehrs sicher. Durch den relativ geringen Einstiegspreis ist es auch nicht unmöglich REIN zu kommen.

Wer mal drin war, will immer wieder rein. Auch wenn wir langsam aus dem Clubbing-Alter raus sind, probieren wir in diesem Fahrbericht zu beurteilen, ob Sie im neuen T-Roc den Weg vorbei an den harten Türstehern schaffen können.

Die meisten werden jetzt sagen: Ich stehe zwar auf Feiern, aber was genau ist ein VW T-Roc? Ganz einfach: Ein kompaktes SUV mit den Maßen eines Golfs. Nur ist er deutlich höher und sieht cooler aus. Der T-Roc erweitert die VW-SUV-Palette und reiht sich unterhalb des Tiguans ein.

Der kompakte Lifestyler ist seit November 2017 auf den Markt

Cockpit des VW T-Roc

Doch wo genau positioniert sich der T-Roc im SUV-Partymaker-Moloch? Der 4,2 Meter lange, 1,8 Metern breite und nur 1,5 Metern hohe T-Roc findet seine Nische zwischen dem Polo SUV (dessen „T-Cross“-Variante kommt 2018) und dem Tiguan (20 Zentimeter länger). Der T-Roc soll nach dem Willen der VW-Verantwortlichen trotz seiner Golf-Basis komplett eigenständig auftreten.

Damit das Event in der Produktion nicht zu teuer wird – man weiß ja nie, wie viele Gäste tatsächlich kommen – teilt er sich die technische Plattform mit dem Audi Q2.

Dieser sogenannte MQ Baukasten würde auch ein Modell mit längerem Radstand zulassen. Sicher scheint, dass ein T-Roc-Coupé geplant ist. Heißt also: Die Partyreihe kann bei Erfolg nach Belieben erweitert werden.

Die Optik des T-Roc trifft den Zeitgeist punktgenau. Die T-Roc-Designlinie ist für einen VW zwar gewagt, klassische VW-Elemente bleiben trotzdem erhalten. Die ausgestellten Kotflügel, das hoch gebockte Fahrwerk, die großen Felgen und der Unterfahrschutz liegen voll im Trend. Derzeit punktet der kernigen Off-Road Look. Der breite Kühlergrill, welcher sein Ende in den spitzen LED-Leuchten findet, zeigt zudem, dass sich der junge Wilde im Fitness-Studio stählt. Die sechseckigen Signatur-Tagfahrleuchten haben einen so hohen Wiedererkennungswert, dass man den T-Roc selbst bei gedimmtem Licht wieder erkennt.

Kofferraum-Volumen von 445 bis 1.290 Liter

Rückbank des VW T-Roc

Das starke Heck erinnert an einen trainierten Golf-Po. Erblickt man das „schwebende“ Dach über der verchromten C-Säule, dann wird klar: Die Frisur sitzt – auch wenn sie vom Q2 inspiriert ist.

Außen hui – innen pfui? Um es nach dem Diskobesuch zu mehr als einem One-Night-Stand zu bringen, sollten auch innere Werte vorhanden sein. Einzelne Teile werden in Wagenfarbe (braun, blau, orange, gelb) lackiert. Damit ist ein konsequentes Bicolor-Muster in Sitzen, Tür und Armaturenbrett zu finden. Das bis zu 8-Zoll große Touchscreen Infotainment-Display ist leicht zum Fahrer geneigt. Das digitale Cockpit bietet mit dem Head-up Display weitere Unterstützung an. Mit Apple CarPlay, Android Auto und AppConnect sind modernste Konnektivitäts-Lösungen an Board. Der T-Roc-Innenraum erinnert stark an eine Berliner Loft-Wohnung. Er ist cool, ausgesprochen geräumig und mit dem Panorama-Dach schön hell.

Mit einem Kofferraum-Volumen von 445 bis 1.290 Liter wird der Golf um 65 Liter übertroffen. Den T-Roc gibt es in den beiden Ausstattungsvarianten „Sport“ und „Style“.

Der T-Roc ist das agilste SUV bei VW

Seitenansicht des T-Roc

Zum Marktstart soll es drei Motoren geben. Benziner mit 115 oder 190 PS und Diesel mit 150 PS sind so fit, dass man mit ihnen ziemlich lange durchfeiern kann. Ganz ohne Taurinhaltiges. Die beiden stärkeren Motoren kommen serienmäßig mit Allradantrieb und DSG-Getriebe.

Worum es jetzt geht, werden leidenschaftliche Staßenbahnfahrer kaum verstehen. Wir bitten den T-Roc zum Tanz. Dabei enttäuscht er in unserer Ménage-a-deux keineswegs.

Wir fahren den 150 PS starken Diesel mit DSG und Allrad. Sein bis zu 340 Newtonmeter bereitstellendes Drehmoment presst uns in 8,4 Sekunden auf Tempo 100. Dabei verbraucht der T-Roc nur 6.0 Liter Diesel. Das überraschende an diesem Auto ist das ausgesprochen agile Fahrverhalten. Dazu tragen neben dem Antrieb das solide DSG und die präzise Lenkung bei. Der Allradantrieb lädt zur sicheren Kurvenhatz ein. Mit Eco, Normal, Sport, Comfort und Individual sind fünf verschiedene Fahrmodi wählbar. Für jeden Abend also ein Outfit.

Der T-Roc ist ready to rock

Der Hippster mit echtem Nutzwert hat einen einzigartigen Look, an dem man sich kaum stören kann. Er bietet neben seiner coolen Optik viel Platz, modernste Konnektivität und viel Ausstattung mit etlichen Individualisierungsmöglichkeiten. Mit dem kleinen SUV, das im portugiesischen Werk Setúbal gebaut wird, sollte jeder noch so große NERD ins Berghain kommen. Die Party startet preislich bei 20.390 Euro. Dafür sind Klimaanlage, LED-Rückleuchten und das 6,5 Zoll große Infotainment-System Composition Colour Serie. Außerdem sind der Front-Assist mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung, Spurhalteassistent und Multikollisions-Bremse immer mit an Board.

Mit freundlicher Genehmigung von

www.der-autotester.de

 

 

 

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